Alte Gedichte – neu veröffentlicht

STAHL ZU FLEISCH UND FLEISCH ZU STAHL

SECHS MILLIARDEN Menschen auf dieser Erde!
Schon diese Zahl hätte Kaiser und Caesaren aufhorchen lassen.
Und jedes Menschkind geht seiner vermeintlichen Aufgabe nach, um gefrorene,
festgelegte, irreale Energie zu horten, um überleben zu können.

Wie ich sie beneide und auch hasse, DIE, die es sich leisten können…
Aber sind sie sich im Klaren, dass kein Baum auf dieser Erde auf den Mond wachsen wird?
Sind sie sich im Klaren, dass, ein Auto zu besitzen, bedeutet, dass eine Tonne Stahl achtzig Kilogramm Fleisch zur Arbeit geleitet?

Fleisch zu Stahl und Stahl zu Fleisch

Ich will nicht wissen wie viele Leiden der Mensch über die Menschheit gebracht hat und immer noch bringt.
Lasst Stahl zu Fleisch und Fleisch zu Stahl und Geld zu nutzloser Energie verwandeln!
Lasst Menschen zu nutzlosen Körpern verkommen, die sie eh schon sind, und immer schon waren!
Aber lasst es keinen wissen, denn dann wird sich Stahl zu Fleisch und Fleisch zu Stahl verwandeln und niemand wird das Ende aufhalten können…

Der Schein

Nichts scheint wie man es annimmt, dass es scheint
Soll’s einfach scheinen
Denn das Licht
Wird es verlassen
Schneller als der Wind die Neuigkeiten kann verbreiten

Ein jammernd Kind

Ein jammernd Kind
Mit Schmerz und Wehmut in der Brust
Wird leicht vertröstet
Von besser denkenden Menschen
Wird leicht vertröstet
Von Groß und Klein
Wer will hier auf dieser Erden leben?
Wenn die ganze Welt es besser weiß?
Warum leben?
Wenn zum Leben Mut gehört…
Und der Mut stirbt, wenn der Tod an der Pforte klopft.

Der Schmerz

Schmerz
Ein schönes Wort

Schläge, Demütigungen, Niederlagen

An einem Abend – wunderschön –
Ward mir bewusst wie tausend Sterne
Dass Schmerz ist nimmermehr
und dennoch mehr und mehr
An Leiden immer labend
Kein Anfang und kein End
Kein Anders und kein Besser
Verfügt ob dieser Leiden
Gott sei ein bessrer Richter
Der Tag, der ist kein Tag und nimmt ein schnelles End‘
Nichts ist, so wie es scheint
Der Schein verwahrt mein Sein
Bewahr mich, denn der Tod, der weiß es besser

Der Tod

Was will ich sagen?
Dass an verfallenden Körpern labend,
Ein Besseres sei, als sich an frischem Fleisch ergötzend?
Ist der Tod nicht absolut?
Ist er nicht alles sich darlegend?
Ist er nicht schleichend, oder auch beschleichend?
Schnell wie der Blitz und marternd und schleppend?
Was sind wir hier auf Erden?
Sind wir Stein, sind wir Natur?
Wer`s besser weiß, würd‘ sagen:
Wir sind zum Sein, und danach wird das Sein ein Schein
Kein Tod, der mit der Sense mannigfaltig waltet,
Kann Furcht einflössen wie er will.
Der Tod an sich ist schon ein Schein.
Lasst mutig Sterben, um dieser Welt den letzten Anstand zu offenbaren!

Eine Innenansicht

willst jammern, stöhnen immerdar
verflucht, verdammt, du missgeburt
um dabei noch in bösen art und weisen,
die and’ren zu verhöhnen
kritik, die doch kein ende nimmt…
sich auch noch dreht in krummen kreisen
gedanken, die ein‘ jeden böse stimmen
und selbstvertrauen stück für stück verschwindet
doch eigentlich ist der ein idiot, der ständig murrt
es niemals schafft, sich mit sich selbst im guten zu versöhnen
es ist das selbst, das leiden sucht und findet
den andren weg zu sehn und gehn jedoch ist wunderbar

Eine Außenansicht
– Ein weiterer tod –

tod, den ihr jeden tag von eurer haut abkratzt
tod, den ihr jeden tag mit stöhnen in die toilette kackt und pisst
tod, um zu leben um des lebens willen
tod um zu leben und
tod um zu sterben
tod, den ihr jeden tag als willige helfershelfer des systems immanent verbreitet
tod um zu sein und tod um zu verwesen
wie kann man dabei menschlich leben?

Fragment
tod, der du scheinst zu sein
sterben, das gewollt sein will
leben, das gelebt sein will
leiden, das sein will, doch nicht sein muss
sehe das sein und empfinde das leben als kuss
dahingehaucht mit liebe, gespürt des anderen schein
zurück gehaucht mit liebe, und doch nicht gespürt des anderen sein
es kommt und geht und nichts hält es auf
leben sucht leben und tod sucht den tod
und leben sucht tod und tod sucht das leben

f0r Hans

Lyrics by Markab Raath

2 Gedanken zu “Alte Gedichte – neu veröffentlicht

  1. Ich lese selten etwas bewegendes wie deine Gedanken zu unserer Gesellschaft und der Welt im allgemeinen. Endzeit-Szenarien
    Echtzeit-Szenarien

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    1. Danke! Dein Kommentar hat mir ein bisschen Tränen in die Augen getrieben. Ja. So sind die Gedichte auch angelegt. Sie sollen nicht gefällig sein, sondern bewegen und zum Denken anregen. Schön, dass mir dies bei Dir gelungen ist! Das macht mir Mut!

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